Förderverein Heimatmuseum Rambin e.V.

Willkommen in unserem Museum

Kommt man zu Fuß, mit dem Bus, per Rad oder mit dem Auto von Stralsund oder Bergen nach Rambin, dann sollte man nicht nur in der sehenswerten Dorfmitte verweilen, sondern den Weg in südlicher Richtung wählen – die sogenannte Drift. Schon nach wenigen Schritten grüßt ein großes Gebäude: die Festscheune des Heimatmuseums Rambin mit der Aufschrift „Heimatmuseum Rambin – Leben und Arbeit auf dem Lande“. Hier kann man erleben, wie die Menschen in Rambin früher lebten, arbeiteten – und heute noch feiern.

Willkommen in unserem Museum

Die Ausstellungshalle

Daneben informiert die Museumsscheune über die Geschichte des Ortes. Unter ihrem Vordach machen alte landwirtschaftliche Maschinen und Geräte neugierig auf das Innere. Beide Scheunen wurden 1947 zusammen mit einem Wohnhaus für die BHG Rambin (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) von der VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe) errichtet. Vorbei an einem gepflegten Kräuterbeet und einem Insektenhotel gelangt man in die Ausstellung. Eine alte Schullandkarte zeigt zunächst die Siedlungsstruktur Rambins vor etwa 100 Jahren: drei Bauerndörfer und sechs Gutsbezirke gehörten einst dazu. Gegenüber überrascht eine farbenfrohe Ziegelwand – ein Werk des international bekannten Künstlers Hael Yggs (geb. 1950 in Bautzen). Er beschäftigt sich in seiner Kunst auch mit der Kreiszahl π. Mit bunten Mauersteinen stellte er 1.500 Nachkommastellen der Zahl π dar. Nach einer Präsentation bei einem Erntefest schenkte er das Werk dem Museum. Im Eingangsbereich finden sich weitere spannende Themenräume: Werkzeuge ehemaliger Handwerker, die Werkstatt des letzten Schuhmachers von Rambin, Tafeln zur Veränderung der Agrarstruktur seit den 1950er Jahren, Listen polnischer Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter während des Zweiten Weltkriegs sowie Übersichten über Bürgermeister und politische Verhältnisse seit dem 12. Jahrhundert. Auch andere Sehenswürdigkeiten des Dorfes werden mit Tafeln und Modellen vorgestellt. Den Kern des Museums bildet die fast vollständig erhaltene Sammlung landwirtschaftlicher Technik des Landwirts Friedrich Herud. Er musste 1969 seinen Hof aus Altersgründen aufgeben, bewahrte aber Maschinen und Geräte sorgfältig in seiner Scheune auf. Anfang der 1990er Jahre wurde dieser Schatz wiederentdeckt. Gemeinde und Sponsoren kauften den Bestand von den Erben, pachteten die Scheunen – und schufen daraus das heutige Museum. Seit rund 25 Jahren ist die Sammlung öffentlich zugänglich. Die Maschinen für den Pflanzenbau sind in der Reihenfolge ihrer Nutzung aufgestellt: Pflüge, Eggen, Walzen, Drillmaschine, Pflanzhilfen, Pflegegeräte, Kartoffelroder und Bindemäher. Besonders beeindruckend ist der restaurierte Lanz Bulldog, der einst das wichtigste Zugmittel auf Heruds Hof war. Heute dreht er bei Festen mit einem Personenwagen noch immer seine Runden.

Die Ausstellungshalle

Das Freigelände

Unter dem Schleppdach draußen stehen weitere Raritäten: eine einsatzfähige Dreschmaschine, urtümliche Schleppharken und eine kleine Handdreschmaschine, mindestens 170 Jahre alt. Ihre Technik mit Schlagleistentrommel war Vorläufer moderner Mähdrescher. Südlich des Museumsgebäudes befindet sich ein weiteres technisches Denkmal: ein funktionsfähiges Horizontalsägegatter aus dem Jahr 1850. Es wurde einst in Garz genutzt, später vor der Verschrottung gerettet und im Museum wieder aufgebaut. Wenn es an Festtagen in Betrieb ist, zählt es zu den großen Attraktionen. In der Mitte des Geländes steht neben der Arndt-Buche ein überdachter Lehmbackofen. Von April bis September finden hier am letzten Freitag des Monats um 17 Uhr die „Rambiner Gespräche am Backofen“ statt. Dabei wird frisches Brot gebacken, es werden Vorträge gehalten und gemeinsam diskutiert – ein lebendiger Treffpunkt des Dorfes.

Das Freigelände

Die Festscheune

Die Festscheune am Eingang dient zudem als Veranstaltungsort für Kinderfeste, Osterfeuer, Erntefeste, Konzerte, Schulabschlüsse und Familienfeiern. Sie kann auch nach Absprache privat gemietet werden, nutzen Sie dafür gerne das Kontaktformular auf der Seite "Scheune". Getragen wird das Museum vor allem vom Förderverein Heimatmuseum Rambin e. V. Ehrenamtliche Mitglieder pflegen die Anlage, organisieren Veranstaltungen und halten die Geschichte des Dorfes lebendig – unterstützt von Gemeinde, Vereinen, Unternehmen sowie Fördermitteln und Spenden. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Das Museum öffnet zu Veranstaltungen des Vereins. Führungen oder Besichtigungen können individuell mit der Museumsleitung oder dem Vorstand vereinbart werden. Auch digitale Führungen sind möglich.

Die Festscheune

Der Förderverein Heimatmuseum Rambin e.V.

Hauptziel und Zweck des Vereins besteht in der Unterstützung aller Bemühungen und Aktivitäten - zur Erhaltung, Erweiterung und kulturellen Nutzung des Museums und seiner Einrichtungen, - in der Erforschung der Geschichte historischer Objekte in der Gemeinde Rambin - zum Erhalt, zur Sanierung und Pflege der vorhandenen landwirtschaftlichen Geräte - in der museumspädagogischen Arbeit mit Kindergärten und Schulen. Das Heimatmuseum Rambin ist eines der fünf Kleinode von Rambin, zu denen außerdem gehören: - die Kirche St. Johannes - das Kloster St. Jürgen, Eigentum der Stadt Stralsund - die Kapelle in Bessin, - der Dorfkern Rambin mit noch einigen rohrgedeckten Häusern im nahen Umfeld der Kirche. Unser Museum wurde im Mai 2000 vom vormaligen „Verein zur Förderung der historischen Stätten in Rambin und Umgebung e.V.“ eröffnet. Seine Immobilien sind: - ein ehemaliges BHG-Lager - eine Scheune - der Lehmbackofen - das Horizontalsägegatter - und eine große Festwiese Gebäude und Gelände hat die Gemeinde Rambin an den Verein als Träger des Museums verpachtet.

Wie kam es zur Gründung von Museum und Verein?

Auf dem Hof des ehemaligen Landwirtes Fritz Herud aus Götemitz befand sich eine fast vollständige Sammlung aller Geräte und Maschinen, die in der deutschen Landwirtschaft der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem gut geführten mittelbäuerlichen Betrieb verwendet wurden. Sie waren sorgsam in der Scheune des Hofes verwahrt und es entstand gemeinsam mit den Hoferben, Angelika und Jürgen Herud, mit der Gemeindevertretung Rambin und dem Amt Südwest-Rügen die Idee, diese einzigartige Sammlung der Öffentlichkeit in einem Museum zugänglich zu machen. Viele Möglichkeiten wurden erwogen, was die Örtlichkeit und die Beteiligung anderer Gemeinden betraf. 1993 beschließen die Gemeinden des Amtes sich am Kauf, Erhalt und am Aufbau einer musealen Einrichtung zur landwirtschaftlichen Entwicklung im Territorium zu beteiligen. Vorgesehen waren Gebäude im Schlossgelände Plüggentin. Sie wurden durch einen Brand im Februar 1993 zerstört und das Vorhaben verlief im Sande. Am 30.01.1995 wurde in Rambin der „Verein zur Förderung der historischen Stätten in Rambin und Umgebung e.V.“ von 9 Mitgliedern gegründet, um die Sammlung zu erhalten und zu präsentieren. Gründungsmitglieder waren: Jäckel, Ruth, Lehrerin, Vorstandsvorsitzende Köck, Hans-Jürgen, Dipl.-Agraringenieur, Vorstand Jeske, Harald, Schlosser, Vorstand Herud, Jürgen, Schlosser Jeske, Georg, Dipl.-Biologe Jeske, Werner, Agraringenieur Judersleben, Manfred, Rentner Oelert, Renate, Malerin Thiede, Christian, Lehrer, Bürgermeister von Rambin Der Verein unter Leitung seiner Vorsitzenden Frau Ruth Jäckel erreichte, dass die Sammlung von der Gemeindevertretung von den Erben Herud für 20 TDM (10 TDM aus Mitteln der Gemeinde und 10 TDM von der Stiftung Langguth) gekauft und zunächst in der ehemaligen BHG-Lagerhalle untergestellt wurde. Mit Hilfe von ABM-Kräften und des Berufsförderungswerkes Prora wurden die Maschinen und Geräte aufgearbeitet, repariert und gereinigt. Als Standorte für ein Museum in Rambin war ein Neubau neben der Küsterschule oder vor dem Friedhofseingang geplant. Das war aber nicht möglich. Schließlich wurde die Scheune auf dem Gutshof Grabitz vorgesehen, in Verbindung mit einem Projekt, diesen Hof als Ökohof und Festort der Gemeinde Rambin auszugestalten. Auf dem Hof wurden bereits einige Erntedank- und Markttage veranstaltet. Mit der Zerstörung der Scheune durch einen Sturm und dem Rückzug der Teilhaber an diesem Projekt wurde es gegenstandslos. Gemeindevertretung und Verein entschieden sich schließlich für zwei Gebäude und das Gelände der ehemaligen BHG, die die Gemeindevertretung an den Verein verpachtete und dessen Arbeit finanziell und materiell unterstützt. Nach einer Konzeption von Prof. Dr. Wolfgang Heun und mit aktiver Leitung durch die damalige Vorsitzende Frau Jäckel wurde von den Vereinsmitgliedern mit Hilfe von ABM-Kräften das Museum gestaltet und laufend weiterentwickelt. Das Leben und die Arbeit auf dem Lande in der Gemeinde Rambin vorwiegend im 20. Jahrhundert werden durch verschiedene Präsentationen gezeigt.

Ausblick

In den letzten Jahren hat sich die Mitgliederzahl erhöht und auch viele junge Familien haben sich dem Verein angeschlossen. Durch diesen frischen Wind konnten viele neue Projekte angestoßen und ausgeführt werden. So wurden regelmäßige Veranstaltungen im Jahr etabliert: Tannenbaumverbrennen Osterfeuer Kinderfest Erntedankfest Oktoberfest Desweiteren fanden und finden umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen statt, die durch Spenden und verschiedene Förderungsmaßnahmen möglich geworden sind: - Neues Dach für die Festscheune, abgeschlossen im April 2026 - Einbau einer neuen Küche in der Festscheune, abgeschlossen im April 2026 mit freundlicher Unterstützung von der Firma Schlicht und einfach Riske Gastroservice aus Samtens - Bau einer neuen Zufahrt zur Festscheune und des Vorplatzes der Scheune, geplant für den Sommer 2026 mit freundlicher Unterstützung von der Firma ASRA GmbH aus Lüssow - Erneuerung des Dachs der Museumsscheune, geplant für Herbst 2026 - Restaurierung unseres Lanz Bulldog Traktors (wird derzeit restauriert) - viele weitere kleine Projekte rund um das Museum

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